Im Haus rührt sich schon einiges, aber ich will noch nicht wach werden. Es ist so schön warm und kuschelig, und ich hab ja noch Zeit, kann mich noch mal rumdrehn. Was ist heute eigentlich, auf
jeden Fall regnet es, ich hörs ja plätschern.
Aber ach oh Schreck, heute ist mein Geburtstag, ja ich werde heute ja 4 , und Mutti und Vati, die haben bestimmt schon den Tisch schön für mich gedeckt. Ich bin Liko, Wow ich muss sofort aufstehn
, auf die Toilette, anziehn , vor allem erst mal raus, aus dem schönen Bett. Nun Mutti hat für mich schon die Sachen zum Anziehn hingelegt. Heute besonders hübsche, selbst gestrickte Sachen,
Pullover pinkig, und der Rock rehbraun, dazu schöne Ringelstrümpfe. Jetzt aber flott in die Küche. Sogar mein großer Bruder Alex ist mit da, und singt für mich zum Geburtstag. Liko 4’t, 4 Kerzen
zum Ausblasen, und mein großes Geschenk, mein erstes , ein gelbes Armband, damit kann ich ab heute viele Sachen machen.
Ab heute darf ich mitbestimmen, bei Abstimmungen im Intranet, meine Stimme zählt wie die aller anderen Menschen. Mutti und Vati haben gesagt, ab heute kann ich selber Auto fahren, und bestimmtes
Einkaufen, nur für mich, nicht mehr fragen, selbst machen, zur Kinderschule fahren, heute zum ersten mal! Erst mal wird gemeinsam Gefrühstückt, meine Torte geteilt, und eine neue Tasche fürs
Frühstück. Mutti gibt mir noch einen Kuss, und ich rufe zum ersten mal ein Auto das mich zur Kinderschule fahren soll. Es sieht aus wie jedes Auto ein schöner Liegeplatz, auf dem man auch sitzen
kann. Einsteigen bitte, die Tür schießt selbst. Mutti und Vati können sich auch noch mit mir unterhalten, und machen mir Mut. Meine Erzieherin heißt Rita, ich war Sie auch schon mal besuchen,
aber heute ist meine erste Kinderschulstunde, erst mal eine Stunde Russisch, das klingt komisch, ist aber gar nicht so schwer. Dann geht’s 2 Stunden spielen in den Wald, wo wir auch schon mal
Russisch an den Dingen erklärt bekommen. Baumhaus bauen, mit anderen Fangen spielen. Am jeweils 4’ten Geburtstag kommen hier Kinder in die Kinderschule, so kommt jemand immer mal wieder neu zur
Gruppe, oder geht eben bei einer gewissen Entwicklungsstufe, in die nächst höhere Gruppe, wird verabschiedet, oder neu aufgenommen. Ein fliegender Wechsel, bei dem jeder mal in die nächste Gruppe
schnuppern gehen kann. Nach dem Waldspielen, meine erste Stunde Intranet, wie kommt man da oder dort hin, und es werden spezielle Begriffe genau erklärt, so das wir dann schon mal selbst lernen
können. Auf welcher Plattform, jeder für sich, am besten lernen kann, oder bei Problemen betreut wird, vom umfassenden Intranet. Alles super neu für mich, spannend sogar mit Abenteuer. Jetzt
geht’s aber zum Mittag, da sind auch schon andere Kinder, die zum Essen machen mit angeleitet werden, oder zum richtigen Tisch decken, sauber machen, sich einbringen. Für mich heute Essen von den
Anderen, ungewohnt, manches hab ich so noch nie gesehn, geschmückt, hat eben jeder seinen eigenen Geschmack. Mir hat der Pudding am besten geschmückt. Dann bin ich aber müde, will zwar weiter
spielen, aber ich leg mich doch lieber hin! Rita hilft mir beim Bett aufstellen im Ruheraum- schnarchen!
Werde schön geweckt, jetzt ne Stunde Heimatkunde, wie die Welt so aussieht, wo und wie wir leben, was es alles gibt, bei uns hier. Wir leben in einer Inselwelt, ich hier auf der großen Insel
Berlin, durch Dämme gut geschützt, aber weil die Erderwärmung weiter geht, muss irgendwann auch diese Insel geräumt werden. Bis mich Mutti abholt, spiele ich noch mit den anderen Kindern, wie
schon im Kindergarten. Mutti kommt heute nur, um mit mir zur Bezugsstelle gemeinsam zu fahren. Da bekomme ich mein erstes Lese- Schreibe- und Rechentablet, dazu gibt es einen komischen Helm
aufgesetzt, der mißt meine Gedankenströme. So wird das Tablet auf mich angepasst, total optimal durchs Intranet. Mutti unterhält sich mit der Ausgabenfrau, wie und was und welchen Zugang ich
damit aufs Intranet habe. Ich wünsch mir auch noch was Süsses , und ausnahmsweise bekomme ich auch ein Stück Schokolade, und wie selbstverständlich einen Apfel. Mutti bekommt noch eine ganze
Kiste mit unseren Bedarfsartikeln für die nächsten 3 Tage. Hier sind viele Leute, alte, junge, Kinder, und wir kommen kaum wieder los, soviel spielen wir hier, oder Mutti sich unterhalten.
Natürlich probiere ich mein neues Tablet, und male für Mutti eine schöne Blume, und ne lachende Sonne.
Jetzt müssen wir aber wirklich, ich ruf schon mal unser Auto, alles wird schön eingeladen vom Servicerobi, ab nach Hause. Vati ist auch schon da, er arbeitet noch, irgendwelche Kontrollen.
Zum Abendbrot geh ich mit ihm in den Garten, und wir holen uns Salat und Möhren. Vati trinkt gern sein Algenbier, Mutti ihren Minztee, Axel rote Beete Cola, und ich Wasser mit Zitrone. Zu Essen
gibt’s Brot mit Fisch aus der Genossenschaftsfarm, Algenwurst und Salate mit lecker Soße. Heute darf ich bestimmen, und na klar Spieleabend, Mensch ärgere Dich nicht. Vati schummelt immer und
verliert trotzdem meißtens, armer Vati. Das Sandmännchen darf ich noch kucken, an unserer Fernsehwand. Axel, Vati und Mutti wollen dann noch spielen im Intranet, mit anderen Freunden, die aber wo
anders wohnen. Ich geh unter nörgeln ins Bett, darf aber noch ein bisschen auf meinem Zählt spielen, und bekomme noch eine gute Nacht Geschichte vorgelesen, gute Nacht! Heute werde ich von meinem
Tablet geweckt, zieh mich an, Toilette, mit Mutti zusammen das Frühstück machen. Algentee mit Honig, Müsli mit Obst. Mutti fährt zum Training mit dem Rad, Axel zur Schule, er hat
Geschichtsseminar, da hat er noch mal gepauckt! Ich fahr dann mit dem Auto zur Kinderschule, Vati bleibt zu Hause, macht den Garten, und arbeitet im Intranet. Bei mir wird erst mal gespielt, und
dann eine Stunde Französisch, ist eine Singsprache. Bis zum Mittag in den Wald, aber nicht so lange, denn heute hab ich Tischdienst. Das Mittagessen schmeckt sehr lecker, Kartoffeln mit Spinat.
Nach dem Schlafen wieder Heimatkunde.
Vom Beginn der Erderwärmung vor etwa 400 Jahren, da müssen die Menschen total verrückt gewesen sein. Es wurden Dinge gekauft, und wieder weggeschmissen. Die Luft, Erde, und Wasser wurden sinnlos
verschmutzt, aber hier kann mein Vati viel mehr erklären, denn er hat sich schon lange mit dieser Zeitepoche beschäftigt. In dieser Zeitepoche gab es ein System, das sich Kapitalismus nannte. Es
hatte sich aus früheren Ausbeutergesellschaften entwickelt. Da gab es hier Gesellschaften in den entwickelten Industrie Nationen wo es nur noch ein mehr, noch mehr, und am aller meisten gab.
Schon lange wurde damals die Luft, der Boden, das Wasser, die Ozeane, alles Leben, und auch die Menschen zerstört. Aus heutiger Sicht, eine perverse Art von Sklaverei. Es gab wenige Reiche und
Mächtige, die über alles bestimmten was in der Welt zu geschehen hat. Es gab auch Konfliktpunkte in denen sich Machtbereiche überschnitten, sogar noch Kriege, in denen Menschen und Maschinen den
Gegner töteten, alles vernichteten was sich anbot. Die Vorstufe des Intranet wurde erfunden, noch mit vielen Fehlern in den Grundsätzen, und von wenigen Kontrolliert, den Mächtigen eben. Handels-
und Verkehrswege noch mit Verbrennungsmotoren, ohne Autonomiesysteme- ein Wahnsinn! Die Mächtigen beeinflussten über sogenannte Medien, die für die jeweils Mächtigen Propaganda auf Staatskosten
machten, und selbst die Regierenden der Staaten waren reine Machtinstrumente der Reichen und Mächtigen. Alle Gesetze, alle Steuern, und Entwicklungen wurden Mächtigennah begünstigt, finanziert,
moderiert, und durchgesetzt- Wahnsinn!
Die Anfänge der Katastrophe wurden hier schon sichtbar, aber abgestritten, verharmlost, kleingeredet, um dieses Wahnsinnssystem am laufen zu halten. Bemühungen eines Teils dieser Gesellschaften
wurden wo, und wie es ging Ge- Zerstört, aber die Katastrophe war schon nicht mehr aufzuhalten. Der Meeresspiegel stieg, und es wurden weiterhin Kriege zwischen den Mächtigen inszeniert.
Glücklicherweise stieg der Meeresspiegel aber Weltweit, und nicht nur die armen Länder, sondern auch die Industrieländer wurden sofort stark betroffen. Als erstes waren alle Hafenstädte Weltweit
in den Fluten versunken. Hier bei uns waren das sehr große Städte wie Rostock, Bremen, Hamburg, Lübeck, Amsterdam, Rotterdam, Kopenhagen, und natürlich viele, viele Andere. Innerhalb von nur 50
Jahren stieg der Meeresspiegel um fast 50 Meter, es mussten alle diese Städte evakuiert werden, und das war ja nur der Anfang. Ab dieser Zeit bekamen Teile der Gesellschaft endlich mehr Macht,
und Kriege wie zuvor waren immer schwerer möglich, endlich ein Wandel, wenn auch zu spät, und zu langsam.
Das Intranet wurde ins Leben gerufen, ab da konnte sich fast jeder in und an der Gesellschaft beteiligen, und mitbestimmen. Alle großen Betriebe, egal welcher Industrie wurden Genossenschaften,
auch alle Banken. Die Armeen wurden umfunktioniert in Hilfstruppen, mit gewählten Befehlshabern. Die Not war schon so groß, das Kriege eingestellt wurden, und sofort dort wiedergutmachten, was
Sie zerstört hatten. Alle Gesellschaften waren nun aufeinander angewiesen, und nach und nach Entwicklungen aufgenommen, die allen Menschen dienen sollten. Aber auch da wollten die neuen Mächtigen
sich wie gewohnt überall durchsetzen, und das Intranet bekam zum ersten mal seine richtige Machtzuweisung. Die Menschen konnten Ihre Wünsche äußern, aber das Intranet errechnete die Bedürfnisse
Weltweit. Im rotierenden System hatten alle Menschen in jedem Alter Zugang zu diesen
Entscheidungen, und es ging nun nicht mehr nur nach den Wünschen. Die Entwicklung wurde gefördert, die Bedürfnisse errechnet, und aufeinander abgestimmt. Verbraucher waren nun endlich sehr
verpönt, und Unsere Gesellschaft der Vergeber entstand langsam! Leider stieg der Meeresspiegel immer weiter, und fast alle Menschen mussten mithelfen zu Evakuieren. Dem Meer einen guten Boden zu
bereiten, und die spätere Nutzung musste geplant, umgesetzt, entwickelt werden. Durch Dämme konnten noch große Gebiete vor dieser Flut gerettet werden, aber nicht alles war möglich, Vieles konnte
nicht mehr berechnet, und umgesetzt werden. Regierungen, gab es nun nicht mehr, das hatte das Intranet mit fast allen Menschen übernommen, eine Demokratie ohne Parlamente! Die Weltbevölkerung
ging etwas zurück, und selbst Geburten mit dem Intranet geregelt. Krankheiten mit vorbeugenden Maßnahmen schon im Vorfeld beseitigt, selbst das Geschlecht vorbestimmt. Das war nicht nur Weiblich
und Männlich, auch alle anderen Konstellationen werden prozentual berücksichtigt.
Das Meer wurde nun Friedhof für alle, auch um das noch verfügbare Land landwirtschaftlich am besten zu nutzen. Das altern in Würde bekam seine Bedeutung zurück. Nicht jeder sieht es ein, ein
Vergeber zu sein, der scheinbar leichte Weg, nur alle Reserven zu nutzen zum eigenen Vorteil , wird von einigen missverstanden. Hier gibt es ein System das von Psychologen begleitet wird. Es muss
aufgeräumt werden, was unsere Vorfahren uns hinterlassen haben, für kleine Verstöße vor Ort, für größere gibt es Stützpunkte auf den Meeren. Dieser ganze Müll, wie Sie es nannten, ist für Uns
Rohstoff, selbst das radioaktiv Verseuchte, kann von uns als Energiequelle noch benutzt werden. Mit neuen effizienteren Methoden können wir auch das gut nutzen. Auf den Stützpunkten werden
die Verschwender, oder andere Straftäter eingesetzt, je schwerer das Verbrechen, desto isolierter muss gearbeitet werden, selbst ihre Nahrung, und Kleidung müssen Sie dort selbst herstellen. Da
bleibt wenig Zeit für Freizeit, oder gar Luxus, es wird im Urschleim gewühlt, und die Vorgaben müssen eingehalten werden.
Jetzt gibt es aber schon viele die freiwillig dort arbeiten, eine zum Teil verschworene Gemeinschaft, die sich gegenseitig hilft. Dort werden Sie zu Saubermännern und Sauberfrauen, ein Titel auf
den man etwas gibt! Für die Raumfahrt werden nur wenige Mittel eingesetzt, einige Satelliten zur Kommunikation, für die Standortbestimmung, Wetter, und so einige andere Dienste. Der Tier- und
Artenschutz bekommen dagegen viele Mittel, riesige Naturschutzgebiete werden ausgewiesen, und Nachzuchten aus den Zoos angesiedelt, viele Menschen wollen hier mithelfen, auch da werden die
Stellen unter den geeigneten verlost. Tiere zum Verzehren gibt es nur sehr wenige, die möglichst Artgerecht gehalten werden, und nur nach Bedarf getötet. Unsere Hauptnahrung sind Getreide,
Gemüse, Algen, Fisch, der nach ausgesuchten Fangmethoden gefischt, und verteilt wird. Das Meer bietet uns fast alles, und fast haben wir es geschafft es ökologisch sauber zu bekommen.
In Unterseeischen Städten leben einige, selbst Urlaub kann man da machen. Das Leben unter Wasser ist sehr interessant, alle Lebewesen sind so fremd, und schön. Jetzt muss ich erst mal wieder an
meine Arbeit im Intranet, die ist auch fremd und schön. In der Kinderschule lerne ich jeden Tag etwas neues ,aber !it Gefühlen kennt sich das Intranet nicht gut aus. Da hab ich schon überlegt, ob
ich was entwickeln kann, doch einer künstlichen Intelligenz etwas über meine Gefühle zu vermitteln ist schwer, weil die mich nicht verstehen will. Ich glaubte, da frag ich mal Mutti, ob sie einen
persönlichen Rechner mit mir zusammen aufbauen, und ein entsprechendes Programm entwickelt, das Gefühle verstehen kann. Vielleicht sogar, diese mit anderen Menschen zu teilen, oder zu
übermitteln, abzuspeichern, für später, wenn jemand schlechte Laune hat, gute Gefühle abrufen, so ist der Tag gleich wieder viel schöner, bestimmt!
Einen persönlichen Rechner zu bekommen ist ganz schön schwierig, weil das Intranet keinen Zugriff darauf hat. Die Programme zusammen zu setzen hab ich schon in der Kinderschule gelernt. Einen
Sensor der meine Gefühle, und Gedanken erkennt ist das größte Problem. Der Sensor müsste in mir sein , oder die Kraftfelder an mir erfassen. Ein biosensorischer Sensor ist mir geglückt, fast ein
Jahr hab ich daran gebastelt, jetzt fehlt mit noch die Energiequelle für den Sender. Es hat geklappt, der Biochemische Sensor kann den Sender mit biochemischer Energie versorgen, die ich in
elektrische Energie, in einem kleinen Bauteil umwandeln kann, das muss ich außen noch verstärkten. Endlich habe ich zwei Bauelemente zusammen, Mutti ist meine erste Testperson, Sie muss sich auf
einiges gefasst machen, hat aber ganz gut funktioniert. Ich soll aber noch einen Blocker installieren, so das keiner in meine Gefühlswelt eindringen kann, wenn ich es nicht will.
So jetzt ist der neue Prototyp fertig, und ich kann mit Mutti üben, mal sehn welchen Umkreis wir abdecken können. Meine gute Laune überträgt sich gleich auf Mutti, aber man muss auch Blocken
lernen, sonst wäre ich oder Mutti voll durchschaubar, und keine Geheimnisse mehr. Den Verstärker brauch ich gar nicht mehr, nach einigen Wochen bin ich so sensibel, das ich Mutti schon von weit
weg fühlen kann, Sie vergisst manchmal zu Blocken, weil sie denkt ich könnte das nicht fühlen. Auch bei anderen Menschen kann ich jetzt vieles fühlen, und ihre Gedanken lesen, obwohl sie keinen
Sender haben. Damit bin ich wohl der erste Mensch einer neuen Spezies . Ein Gefühls- und Gedankenmensch . Das Intranet bekommt davon nichts mit, eine Kommunikationsmethode nur für Menschen,
Tiere, Pflanzen, alles was lebendig ist, alles um mich herum! Da ist das Intranet vielleicht noch eine Aufgabe, bei der ich mit anderen Menschen „ neu sprechen „ kommunizieren kann, manche denken
ich kann Hellsehen. Mutti , Vati, und Alex haben noch einige meiner Sensoren an Kollegen, und Freunde verteilt, Sie müssen natürlich erst lernen damit umzugehen, das wird großartig!!!